Ein explain Artikel
Der Sprecher der Zukunft.
Was macht den Sprecher der Zukunft aus?
Sprecher der Zukunft haben einen hohen Anspruch. Genauso wie ihr Publikum. TED, GEDANKENtanken oder Rhetorikblogs. Der Sprecher der Zukunft ist immer up to date. Er führt sein eigenes Storytagebuch mit Anekdoten, aus dem er sich für jeden Vortrag bedienen kann. Der Analysemodus ist stets auf „an“. Jeder Vortrag wird gnadenlos seziert. Schlechte Vorträge erträgt er schon lange nicht mehr. „Stage time, stage time, stage time.“ Unser Sprecher übt seine Präsentationsfähigkeiten, wo immer es geht. Beim Teammeeting, bei der Tischansprache auf dem Geburtstag der Tante oder beim After-Work-Vortragsevent. Vorbereitung ist bei ihm nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Sprecher der Zukunft sind geschliffen und gleichzeitig so herrlich normal. Perfekt sind sie schon gar nicht. Wer schon mal bei einem Poetry-Slam war, hört schüchterne Hallos und ganz viel „ähms“ und „ähs“. Es ist sympathisch, diesen Menschen beim Denken zuzuhören. Sie verwickeln das Publikum in ein Gespräch, ein Gespräch mit vielen. Nicht perfekt sein, das gilt auch für ihre Geschichten. Die Sprecher von morgen lassen das Publikum tief blicken, sie zeigen sich verletzlich.
Sprecher der Zukunft sind jung und unkonventionell. Sie haben etwas zu sagen. Alter hin oder her. Sprecher der Zukunft sind keine typischen professionellen Redner mit Senioritätsprädikat. Zertifikate, Abschlüsse und mit Trademark endende Methodenbegriffe? Nope, die Sprecher der Zukunft punkten mit ihren Erlebnissen und ihrem Denken. Sie haben den Mainstream hinterfragt, sind auf neue Lösungen gekommen und haben Besonderes erlebt. Und wie selbstverständlich sprechen sie über Gefühle, Niederlagen und Momente der Offenbarung. Sprecher der Zukunft sind also keine professionellen Redeexperten, sondern Experten, die reden. Generische Motivationsredner werden zum Auslaufmodell.
Sprecher der Zukunft trifft man nicht auf teuren Kongressen. Sie machen ihre ersten Schritte als Redner auf neuen und interaktiven Veranstaltungsformaten. „Unkonferenzen“ wie Barcamps oder Brownbag-Sessions, Ignite oder Fuckup Nights, Science Slams oder Speed Geeking. An diesen Orten gibt es keine Frontalbeschallung. Die Sprecher der Zukunft adressieren Teilnehmer, keine Zuhörer. Sie sind kreativ, hochgradig flexibel und bereit für alles. Vor allem für Ihre Bedürfnisse und Interessen.