Ein explain Artikel
Raus aus der Butterbrezelzone.
Ein Tisch, der längs vor einem großen Bildschirm steht. Ein Berg halbierter Butterbrezeln, der frech in der Sonne faulenzt. Literweise Filterkaffee, in sieben Thermoskannen schlummernd. Und, etwas ungeschickt: Ein Kollege, der am Kopfende der Meetingtafel seinen Rechner einstöpselt. Kommt Ihnen das bekannt vor? Was jetzt folgt, ist kein Sommermärchen, sondern 30 bis 480 Minuten mittelmäßige Präsentation. Wo bleibt sie? Die Meeting-Magie? Wenn Sie ehrlich sind: Obwohl Sie sich selbst immer wieder in Meetings dieser Art wiederfinden, machen Sie es selbst oft nicht anders. Auch Sie bestellen gerne Butterbrezeln (sie sind einfach eine sichere Wahl – Veganismus und Glutenunverträglichkeit einmal ausgeschlossen) und buchen Standard-Meetingräume (ganz einfach, weil Sie sie gewohnt sind). Präsentieren in Meetings wurde zur Routine. Es ist Teil des Alltags geworden. Willkommen in der Komfortzone. Das Problem: Die Komfortzone bietet keine Überraschung, keinen Kick, kein Erlebnis. Die Komfortzone bewegt sich unauffällig im Meeting-Mittelmaß und schleicht sich so elegant an der Exzellenz vorbei. Ich glaube daran, dass Exzellenz beim Präsentieren nur dann entstehen kann, wenn sich sowohl Sprecher als auch Publikum aus der eigenen Komfortzone bewegen. Warum? Weil das menschliche Gehirn vertrauten und gewohnten Dingen keine besondere Aufmerksamkeit widmet. Eine Präsentation ist erst dann besonders wirkungsvoll, wenn auch die Art und Weise des Vortragens ungewöhnlich (gut) ist.
Schnappen Sie sich also Ihre Präsentation und erkunden Sie gemeinsam mit Ihrem Publikum Neuland – außerhalb des Butterbrezel- Territoriums!
Wie das geht? Ganz einfach: In drei Schritten
#01 - Auffallen
Verstoßen Sie gegen Konventionen!
Warum präsentieren Sie nicht einmal völlig anders? Mein Appell an Sie: Haben Sie keine Angst davor, Ungewöhnliches zu tun. Sie finden, es passt gut zu Ihrem Thema, sitzend auf dem Boden zu präsentieren? Tun Sie es! Ihr Thema lässt sich gut mit Musik vergleichen? Singen oder tanzen Sie! Eine merkwürdige Performance trägt den Vorteil bereits in der Bezeichnung. Sie denken, dass Professionalität das oberste Ziel Ihres Meetings sein sollte? Sollte es nicht! Aufmerksamkeit und im Gedächtnis bleiben ist viel wichtiger. Haben Sie also den Mut, mit den Gewohnheiten zu brechen und nutzen Sie bereits das nächste Meeting als Übungschance.
#02 - Auffordern
Involvieren Sie ihr Publikum!
Gehen Sie davon aus, dass das Publikum immer etwas besser weiß als Sie! Involvieren Sie Ihr Publikum! Fakt ist: Es wird für Ihr Publikum ungewohnt sein, bei einer ganz „normalen“ Präsentation wirklich mitarbeiten zu müssen. Und genau das macht es so effektiv. Die Zuhörer verlassen damit ihre eigene Komfortzone und sind automatisch sehr viel aufmerksamer. Sie können die Wirkung noch steigern, indem Sie Ihre Zuhörer nicht nur gedanklich, sondern auch körperlich aktivieren. Motivieren Sie Ihr Gegenüber dazu, Rätsel zu lösen und die Hände in die Luft zu strecken. Laden Sie dazu ein, quer durch den Raum zu einer Requisite zu laufen. Sie haben eine wichtige Veränderung mitzuteilen? Machen Sie aus Ihren Zuhörern aktive Gestalter der Präsentation und profitieren Sie – neben den genannten Vorteilen – auch von Zustimmung und guter Laune!
#03 - Ausbrechen
Wechseln Sie das Setting!
Ihr Publikum ist automatisch aufmerksamer, wenn es sich in einem ungewohnten Umfeld befindet. Sie können beispielsweise ein zum Thema passendes Setting auswählen. Warum präsentieren Sie nicht mal im nahe gelegenen Park, wenn es um ein nachhaltiges Produkt geht? Je nach Thema bieten sich auch der Balkon, ein Planetarium, ein Kino oder ein Café an. Suchen Sie in Ihrem alltäglichen Umfeld nach Inspiration! Sie können ein bestehendes Setting auch umbauen. Haben Sie schon einmal Ihre Wohnung umgeräumt? Durch das Umstellen oder Weglassen von Möbeln bekommen Ihre eigenen vier Wände eine ganz neue Atmosphäre. Übertragen Sie dieses Prinzip einfach auf Ihren Meetingraum. Verzichten Sie beispielsweise auf den Tisch und bauen Sie stattdessen eine Stuhlreihe auf. Als Ersatz für Butterbrezeln könnten Sie jedem Teilnehmer eine Tüte Popcorn servieren.
Sie sehen – Sie können Meetings schon mit einfachen Mitteln in ein neues Licht tauchen. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein kleines bisschen Mut – denn außerhalb der Butterbrezelzone sind Sie mit Unsicherheiten konfrontiert. „Finden meine Kollegen das gut? Was sagt mein Chef dazu? Blamiere ich mich dabei?“ Schieben Sie diese Gedanken einfach beiseite und fassen Sie Mut. Denn wenn Sie nichts ändern, wer dann?