Ein explain Artikel
Keylearnings für bewegende Events
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Sven Hager - explain Founder & Co-Owner
Von einer Bühne aus kann man Menschen bewegen – und zwar im großen Stil. Das nutzen nicht nur Politiker und Rockstars, sondern auch Unternehmen. Auf sogenannten „Corporate Events“ geht es darum, wichtige Kommunikationsmomente in einem emotionalen Gesamterlebnis für Kunden oder Mitarbeiter erlebbar zu machen. Obwohl Präsentationen bei solchen Events oft eine zentrale Rolle spielen, werden sie dennoch zu häufig nur nebensächlich betreut.
Ich habe erlebt, wie Sprecher angekündigt wurden und die Bühne trotzdem leer blieb. Wie Sprecher auftreten wollten, aber den Treppenaufgang nicht fanden. Oder erst mal oben angekommen fragten, ob man sie eigentlich hören könne und dann – vom Scheinwerferlicht geblendet – heruntergefallen sind. Oder der Klassiker mit dem Laptopausfall. Und schlimmer noch, der gedankliche Totalausfall: Blackout. Deshalb sind Bühnen für viele Menschen ein lebensfeindliches Terrain und lösen bei so manchem Fluchtreflexe aus.
Damit Sie bei Ihrem nächsten Event erfolgreich Bühne und Sprecher „verschmelzen“ können, finden Sie hier unsere wichtigsten „Key Learnings“ für großartige Eventpräsentationen.
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Die Bühne für den Sprecher vorbereiten
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Theaterkulissen bringen die Schauspieler sichtbar an die Orte des Geschehens und so das Publikum tiefer hinein in die Geschichte. Genauso ist es bei Präsentationen. Die Präsentationskulissen haben die Aufgabe, den Sprecher in seiner Wirkkraft zu verstärken, um das Publikum mit auf die Reise zu nehmen. Von Standard-Setups mit Stehpult, Farbstrahlern und einer 16:9-Leinwand kann man deshalb nicht allzu viel erwarten.
Es gilt, die Präsentationskulisse maximal zu vergrößern, ohne dass die Bildgewalt vom Sprecher ablenkt. Die Kunst ist es, den Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichte zu stellen. To make people shine on stage – ohne ihnen ins Gesicht zu strahlen.
Dazu benötigt der Sprecher Folien, die das ermöglichen. Nicht weiße Textfolien, sondern Grafiken, Bilder, Fotos und Designs, die ähnlich wie Theaterkulissen wirken. Zur Vorbereitung der Bühne gehört ebenfalls ein definierter Bewegungsbereich für den Sprecher. Deshalb haben TED Talks den markanten roten runden Teppich. Wichtig sind auch Notizenbildschirme an verschiedenen Positionen im Auditorium, sodass der Sprecher seinen Blick schweifen lassen kann. Und nicht zu vergessen: eine sichtbare Countdown-Uhr.
Den Sprecher für die Bühne vorbereiten
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Dass viele Sprecher bis kurz vor knapp an ihrer Präsentation arbeiten, mag unterschiedliche Gründe haben. Für einen Eventmanager ist es jedoch ein Risiko und bedeutet erhöhten Stress. Redner, die sich schnell ein Slide Deck zusammenstellen und einfach drauflos präsentieren, sprechen in der Regel zu lange und kommen nicht präzise auf den Punkt.
Um das zu vermeiden, sollte jede Präsentation vorab als Rede geschrieben werden. Das hilft, konkret zu durchdenken, was gesagt werden soll, und verankert die Inhalte im Gedächtnis des Sprechers. Nicht mehr als 120 Wörter pro Minute, besser 100 – inklusive Pausen.
Proben und Coachings sind notwendig, um die Rede zu testen, zu verbessern und ein Gefühl für Timing zu entwickeln. Erst danach sollten Folien gestaltet werden. Auch diese müssen iterativ durch Proben verfeinert werden. So entsteht Schritt für Schritt eine präsentationsfähige Präsentation. Das dauert Wochen.
Mindestens eine Woche vor dem Event sollte die Präsentation fertig sein, damit der Sprecher entspannt Inhalte verinnerlichen kann und vorbereitet zur Generalprobe erscheint.
Bühne und Sprecher zusammenbringen
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Das Ziel ist klar:
Der Sprecher darf sich nicht mit Technik beschäftigen müssen, sondern ausschließlich mit seiner Wirkung.
Bühnen sind für viele ein lebensfeindliches Terrain. Deshalb ist es entscheidend, dass Sprecher im Vorfeld ein Gefühl für Bühne und Raum entwickeln: Bewegungsradius, Lichtverhältnisse, Positionen der Notizenmonitore und Countdown-Uhr.
Bei der Bühnenbegehung sollte der gesamte Ablauf geklärt werden: Verkabelung, Mikrofonsteuerung, Auf- und Abgänge, Position und Übergabe des Klickers. Mindestens eine zusätzliche Probe vor der Generalprobe ist sinnvoll.
Für den Gesamtablauf sind Run-throughs mit Technikcrew notwendig, inklusive Intro, Moderation, Videos und Lichtwechseln.
Da Sprecher unter hoher Anspannung stehen, sollte ein angenehmer Backstagebereich eingerichtet werden: Rückzugsort, Wasser, ggf. einfache Hilfsmittel gegen Heiserkeit. Technik-Backups sind Pflicht: Ersatzmikrofon, Reserveklicker, klare Notfallpläne bei Ausfällen.
Alles Gute für Ihren nächsten Event!